Bienenweide veredelt II

Fluglochneuigkeiten Stock 17:K1600_IMG_20170814_132248

Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern? Im April war unsere Bienenvreni mit ihrem Brachi beim Veredelungskurs in St. Lambrecht – ausgehend vom Projekt „Strowi“ (Streuobstwiesen) des Naturparks Zirbitzkogel – Grebenzen…

140 Bäumchen haben damals die Teilnehmer am 2. Tag des Kurses veredelt. Nun, 4 Monate später fand Teil II des Veredelungskurses statt und natürlich war unsere Bienenvreni mit Brachi wieder dabei… auch unser Bienenlehrling Pääätrischa rauschte extra zum Kurs an

K1600_IMG_20170814_131402Von den 140 veredelten Bäumchen sind wie Richard berichtet hatte nur 10 nicht angewachsen – also ein toller Erfolg!!!!

Kurs zwei sollte für unsere Bienenfreunde wieder so richtig interessant werden –

2 Techniken wurden wieder praktisch erlernt, die zur jetzigen Jahreszeit angewendet werden können: das Okulieren und das Chippen

 

K1600_IMG_20170814_133809

zuerst erklärte uns Richard wieder, wie wir uns die Edelreiser richten – von den ausgewählten Reisern werden dann die Blätter abgeschnitten – und der Blattstiel wird jedoch stehen gelassen… (damit man beim veredeln das Edelreis halten kann – dieses darf man nämlich nicht auf der Unterseite angreifen!!!!)

 

 

K1600_IMG_20170814_143808und danach zeigte er uns beide Veredelungsarten:

K1600_IMG_20170814_150651

  • beim Okulieren wird das „schlafende Auge“ vom Edelreis in die Unterlage eingesetzt. Dies funktioniert um diese Jahreszeit wieder, da sich die Rinde wieder gut lösen lässt, weil der Baum in die 2. Wachstumsphase kommt – und auch der verholzte Teil, den man beim Edelreis vorm Einsetzen in den T-Schnitt herunterlösen muss, lässt sich leichter lösen. Heruntergelöst muss der verholzte Teil werden, um quasi die Kambiumschicht frei zu legen, denn damit der Edelreis anwächst muss man zusehen, dass Kambium auf Kambium gebracht wird, damit die Leitungsbahnen wieder geschlossen sind und der Saft fließen kann. Für diese Veredelungsart sollte der Stammdurchmesser so ungefähr fingerdick sein…
  • beim Chippen wird ein Keil herausgeschnitten und das Edelreis am unteren Ende so schräg eingeschnitten, sodass es genau dort hineinpasst. Der Vorteil zur Okulation ist, dass diese Methode das ganze Jahr angewendet werden kann, da man nicht davon abhängig ist, dass sich die Rinde löst.

 

 

K1600_IMG_20170814_142127

K1600_IMG_20170814_142117

nach der Theorie und der kurzen Vorführung folgte der Workshopteil, der unserer Bienenvreni am besten gefiel: „learning by doing“ wie man so schön sagt heutzutage:

Bienenvreni, Brachi, Pääätrischa und ca. 7 weitere Kursteilnehmer bewaffneten sich mit ihren Veredelungsmesser und ran ging es an die vorbereiteten 60 Bäumchen, die an diesem Tag veredelt werden sollten: hauptsächlich Birnen – Apfelbäumchen wurden nur diejenigen nachveredelt, bei denen die Frühjahrveredelung nicht geklappt hatte. Zunächst noch etwas unsicher, aber immer sicherer, wurden auf die Birnenbaumstämmchen 2 Edelreiser raufveredelt – (2 zur Sicherheit, falls einer nicht anwächst… dabei ist aber zu achten, dass man die 2 Edelreiser nicht übereinander veredelt, sondern versetzt, damit beide Stellen optimal vom Saftstrom der Leitungsbahnen versorgt werden – so steigen die Anwachschancen)

 

K1600_IMG_20170814_154234

es war für unsere drei Bienenfreunde ein wunderschöner Sommernachmittag… es wurde geschnitten, gummis zigmal umsonst gebunden, weil sie sowieso wieder aus den Fingern gflutscht sind , gelacht, geplaudert und fast so nebenbei wurden 60 alte Birnensorten veredelt…  und als Belohnung durften die Workshopteilnehmer wieder je ein eigens veredeltes Birnenbäumchen mit nach Hause nehmen… hm… da ist sie schon gespannt unsere Bienenvreni… sie hat sich diesmal eine Kletzenbirne ausgesucht… und gespannt ist sie vor allem, ob die Veredelung wohl auch so gut geklappt hat wie im April… so richtig sehen kann man das bei diesen 2 Technicken erst im nächsten Jahr… wenn das schlafende Auge zu neuem Leben erwacht… ein „Test“ ob die Veredelung geklappt hat, kann sie jedoch auch schon in 2-3 Wochen machen… wenn man nämlich gegen den Blattstiel schnippt, der an der Veredelungsstelle rausschaut und dieser fällt runter – dann hat die Veredelung geklappt!!!

K1600_IMG_20170814_171207

Zu Hause angekommen wurde schnell noch der Aprilbaum dessen erfolgreiche Veredelung leider ein Huhn zunichte pickte mit einem „Mauthausner Limoni“ – Reis nachveredelt… ja und nu?

warten wir wieder… und sind gespannt was wir auf Bienenvrenis Terrasse nächstes Jahr so alles antreffen werden.

Noch mehr freuen wir uns ja dann, wenn alles klappt und der Baum die ersten Blüten für uns trägt!!!

K1600_IMG_20170814_153544

 

Auf alle Fälle ist das wirklich ein klasse Projekt – und so möchte unsere Bienenvreni, wenn es sich irgendwie ausgeht, freitags am Workshop teilnehmen – denn da wird für unsere Schwestern den Wildbienen ein Wohnhaus gebaut!!!

Alles in allem: Coole Sache!!! Wirklich coole Sache!!!

und es folgen noch so einige coole Workshops: vom Wildbienenwohnhausbau, über eine Exkursion, Kochsession bis hin zum Sortenbestimmungstag….

also: auf auf! und mitmachen!!!!

 

Schreibe einen Kommentar